Der Video-Schiedsrichter auf dem Prüfstand

Er gilt als eine der wichtigsten technischen Errungenschaften im modernen Fußball: Der Videoschiedsrichter. In der vergangenen Saison sollte er in Deutschland, wie auch in verschiedenen anderen europäischen Ländern, zu einem Testlauf eingesetzt werden. Zum Ende der Saison hin will man sich nun zusammensetzen und schauen, was gut war, was besser werden muss und ob man dieses Konstrukt überhaupt behalten möchte. Dabei gibt es zwei vollständig unterschiedliche Standpunkte. Die einen meinen, dass durch einen richtig eingesetzten Videoschiedsrichter die Spiele fairer und die Schiedsrichterentscheidungen unter dem Strich gerechter werden. Andere wiederum verurteilen den Videoschiedsrichter weil auch er nicht immer zu einer 100%ig richtigen Entscheidung führt, dafür aber „der Geist des Fußballs“ ein Stück weit verloren gehen würde. Bleibt die Frage, was an Innovation wirklich sinnvoll ist und wie viel Technik wirklich sein muss, um einen Sport wie den Fußball attraktiv zu erhalten.

Technik im Fußball – lange Zeit hat man sich mit Neuerungen schwergetan

Dass die alten Männer bei der Fifa keine großen Fans von Erneuerungen sind, haben sie in den letzten Jahrzehnten hinreichend bewiesen. Umso erstaunlicher, dass zwei so bahnbrechende technische Hilfsmittel wie die Torlinientechnologie und der Videoschiedsrichter, der in anderen Sportarten schon lange vollkommen normal ist, nun innerhalb relativ kurzer Zeit eingeführt wurden. Bleibt die Frage, ob der Sport wirklich eine zusätzliche technische Komponente braucht. Denn, und da haben die Kritiker der technologischen Neuerungen Recht, der Sport funktioniert seit mehr als einem Jahrhundert auch ohne diese technischen Hilfsmittel. Die Frage dabei ist dann nur: Wie?

Was sagt die Erfahrung der letzten Saison – wird Fußball wirklich gerechter?

Jede Mannschaft hat über die Saison verteilt ihre Momente in denen sie Entscheidungen hinnehmen muss, die im Nachhinein betrachtet falsch gewesen sind. Elfmeter nach Schwalben die man gegen sich gepfiffen bekommt, Tore die aus klarer Abseitsposition heraus erzielt wurden, Fouls die nicht geahndet wurden oder Szenen, in denen ein Spieler eigentlich des Feldes hätte verwiesen werden müssen. Solche Szenen wollte man durch die Einführung eines Videoschiedsrichters minimieren. Das Problem dabei: Den Diskussionsstoff wird man auch mit einem Videoschiedsrichter und anderer technischer Unterstützung nie ganz aus der Welt bekommen.

  • Das Problem: Abseits

In dieser Saison beispielsweise mussten die Videoschiedsrichter ohne kalibrierte Abseitslinien auskommen. Das lag ganz einfach daran, dass die Fifa noch keinen Anbieter entsprechend lizenziert hatte. Bei der WM 2018 in Russland werden kalibrierte Abseitslinien erstmals zur Verfügung stehen. Alles, was der Videoschiedsrichter also in der vergangenen Saison in Sachen Abseits entschieden hatte, musste er an Hand der Bilder die ihm zur Verfügung standen mit Augenmaß entscheiden. 100%ige Garantie gab es da nicht. Fakt ist aber, dass der Videoassistent hier in der Regel richtig lag und damit eine ganze Reihe von Toren, die aus Abseitsposition heraus geschossen wurde, zu Recht nicht gegeben worden sind.

  • Das Problem: Elfmeterszenen

Im Bereich des Videobeweises gibt es zwei Möglichkeiten, wie eine Entscheidung getroffen werden kann. Entweder der Videoassistent in Köln gibt einen klaren Hinweis, auf dem basierend die Entscheidung gefällt wird. Oder der Schiedsrichter schaut sich eine Szene noch einmal an einem extra dafür zur Verfügung stehenden Monitor noch einmal an und bewertet diese dann anhand der Bilder, die ihm hier zur Verfügung gestellt werden. Doch wie bei vielen anderen Entscheidungen im Fußball auch, sind Elfmeterszenen immer ein Stück weit Ansichtssache. Situationen, in denen ein Schiedsrichter einen klaren Handelfmeter gibt, bewertet ein anderer Spielleiter wiederum komplett anders. Bei klaren Faulspielen im Strafraum kann der Videoschiedsrichter Abhilfe schaffen. Aber die letzte Saison hat gezeigt, dass er auch da nicht immer komplett richtig lag. Und wie manche Fußballtalkshow nach Spieltagen gezeigt hat, kann man Handspiele im Strafraum auch von den unterschiedlichsten Richtungen beleichten und damit unterschiedlich bewerten. Eine 100%ige Gerechtigkeit kann hier auch mit einem Videoschiedsrichter nicht herbeigeführt werden.

  • Das Problem: Gelbe und Rote Karten

Der Videoassistent soll auch dann eingreifen, wenn ein Schiedsrichter aus seiner Sicht das falsche Strafmaß gewählt hat. Das hat in dieser Saison schon in einigen Fällen Spieler vor einer roten Karte bewahrt, in anderen Fällen dazu geführt, dass Übeltäter statt mit einer Verwarnung davonzukommen, des Feldes verwiesen wurden. Doch auch hier gilt – allein die Ansicht von Bildern wird nie zu einer 100%igen Gerechtigkeit führen. Denn manche Szene, die in Zeitlupe wirklich brutal aussehen mag, war in Echtzeit nicht mehr als ein einfaches Befreien aus einer gegnerischen Umklammerung. Und auch wenn inzwischen eine Vielzahl von Kameras das Geschehen auf dem Platz auffangen – alles sehen auch die Videoassistenten nicht.

  • Fazit: Mehr Gerechtigkeit: ja, Absolute Gerechtigkeit: nein

Der Videoassistent sorgt dafür, dass unter dem Strich weniger Fehler gemacht werden, als ohne. DAS macht natürlich die Fehler, die auch mit einem Videoassistenten noch passieren, umso ärgerlicher und rückt den Fokus der geschädigten Vereine und der Fans umso mehr auf eben diese Fehlentscheidungen. Das führt zu einer kritischen Sicht gegenüber dem Videoschiedsrichter. Ebenso wie der Umstand, dass man sich daran gewöhnen muss, dass Tore erst bejubelt werden, wenn das Zeichen kommt, dass kein Videobeweis den Jubel ersticken wird. Ob das die Emotion im Fußball tötet – man darf getrost daran zweifeln. Der Videoassistent schafft auf jeden Fall mehr Gerechtigkeit. Und das Fußball schon seit langem ein Millionengeschäft ist, an dem auch eine ganze Menge Arbeitsplätze und Existenzen hängen, ist Grund genug sicherzustellen, dass Abstiege, Meisterschaften, Aufstiege und andere Entscheidungen, die von der Tabelle abhängen, so gerecht wie möglich zu Stande kommen.

Im Fußball die volle Spannung auskosten

Wer selbst einmal auf dem Fußballplatz gestanden hat der weiß, dass man als Zuschauer zwar mitfiebern kann, aber die echte Spannung und das richtige Kribbeln erlebt man nur, wenn man mitten drin ist im Spiel. Ein vergleichbares Gefühl kann man erleben, wenn man die Spannung ein wenig steigert und selbst ins Spiel einsteigt – zum Beispiel indem man eine entsprechende Sportwette auf eine der anstehenden Partien abschließt. Wo es den interessantesten Bonus für die ersten Wetten gibt, erfahrt Ihr zum Beispiel auf https://www.sportwette.net/wettbonus-vergleich.