This War of mine

Düster, kalt und unvorhersehbar – so präsentiert sich der Einstieg in eines der beklommensten, Spiele in den letzten Jahren. This War of mine zeigt euch den Kriegsalltag, allerdings dieses Mal nicht als Held in der Ego Perspektive, sondern als Zivilist der von den Schrecken des Krieges heimgesucht wird. Was dieses Spiel zu einem wahren Meisterwerk macht, erfahrt ihr jetzt.
Ihr werdet in ein Szenario hineingeworfen. Drei überlebende in einer maroden, beschädigten Villa. Dem Spieler wird nichts erklärt, es werden keine Hinweise darauf gegeben, wie man seinen Alltag inmitten des Krieges möglichst unbeschadet übersteht. Lediglich aus Selbstgesprächen und Konversationen mit anderen überlebenden kann man ableiten, was gerade nötig ist.
Das Spiel unterscheidet in zwei Abschnitten, den Tag an dem ihr die Vorbereitungen für die Nacht treffen könnt und solltet und der Nacht, die ihr zum Plündern nutzen solltet.
Zunächst solltet ihr aber aus eurer baufälligen Villa das beste machen, es gilt jeden Raum nach nützlichen Materialien und Essen zu durchforsten. Habt ihr die ersten Vorräte gesammelt, empfiehlt es sich, einen Ofen, eine Werkbank oder diverse Möbelstücke zu fertigen, damit euer Leben ein wenig angenehmer gestaltet werden kann. Betten eignen sich zum Ausruhen und können unseren Protagonisten die nötige Kraft für die Plünderungen der Nacht geben. Der Anfang ist noch relativ leicht zu bewältigen, die Charaktere sind den Umständen entsprechend fit und geistig auf der Höhe. Dies kann sich jederzeit ändern, denn in der Nacht passieren die unschönen Dinge.
Der Einbruch der Nacht, macht es euch unmöglich weitere Vorbereitungen zu treffen, ihr werdet nun aufgefordert, die möglichen Aufgaben wie plündern, schlafen und Wache schieben unter den überlebenden aufzuteilen. Hier sollte man darauf achten, dass jeder Charakter gewisse Fertigkeiten besitzt. Wählt ihr einen Plünderer aus, werdet ihr ihn auf seinen Beutezügen durch die zerstörten, verlassenen aber teilweise auch noch bewohnten Gebäude. Was zwischenzeitlich in eurem Unterschlupf passiert, erfahrt ihr erst am nächsten Morgen, wenn ihr von eurer Suche nach Lebensmitteln und Baumaterialien zurückkehrt.
Haben wir die Einteilung vorgenommen, werden wir aufgefordert, das Ziel eures nächtlichen Streifzuges zu wählen. Zu jedem Ort erhalten wir eine kurze, aber nicht unbedingt zuverlässige Einschätzung. Die Beutezüge sind jedes Mal unterschiedlich und erfordern oft euer Geschick, wenn es darum geht, potentiellen Bedrohungen aus dem Weg zu gehen. Oft müsst ihr Gebäude mehrfach besuchen, um sie komplett leer zu räumen. Habt ihr eure Taschen gefüllt, geht es heim. Hier gibt es einen kurzen Bericht zur Nacht, der uns gleich offenbart, dass wir selbst ausgeraubt wurden. Hätten wir mehr Barrikaden bauen sollen? Ein Bett weniger? So geht es Tag für Tag weiter. Ihr müsst Entscheidungen treffen, die sich direkt auf eure Charaktere auswirken. Tötet ihr zum Beispiel bei einer Nachtwanderung jemanden, plagt sich der Täter mit Gewissensbissen, was im schlimmsten Fall in einem Selbstmord enden kann aber eben nicht muss.
Das Spiel ist unvorhersehbar und vermittelt eine Stimmung die ohne Zweifel seinesgleichen sucht. Ein wahres Meisterwerk für Spieler, die nicht unbedingt ein festes Ziel erreichen müssen. Das Ziel hier heißt überleben. Wie lang der Krieg dauert, das weiß niemand (jedenfalls, wenn ihr das zufällige Spiel wählt) aber genau diese Unsicherheit lässt einen nicht los. This War of mine zieht einen in seinen Bann und vermittelt auf schonungslose Weise die Schrecken des Krieges.
So gut dies in einem Spiel jedenfalls möglich ist.
Für uns ein kleines Meisterwerk.

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