Werbung: FlexiSpot hat uns den C7 Morpher kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieses Beitrags hatte der Hersteller keinen Einfluss.
Ein Bürostuhl ist auf den ersten Blick kein Technikprodukt. Kein Motor, kein Akku, keine App. Trotzdem steckt in einem guten ergonomischen Stuhl mehr Mechanik, als man von außen sieht: Federn, Gelenke, Arretierungen, Hebel. Und genau die entscheiden darüber, ob man nach acht Stunden am Schreibtisch noch entspannt sitzt.
Den FlexiSpot C7 Morpher haben wir seit dem Sommer täglich im Homeoffice im Einsatz. Er ist das Premium-Modell des Herstellers und wirbt vor allem mit einem Versprechen: Die Rückenlehne soll sich den Bewegungen des Körpers anpassen, statt starr hinter ihm zu stehen. Wir haben uns angesehen, wie das konstruktiv gelöst ist – und was davon im Alltag übrig bleibt.

Der Hersteller: Ergonomie als Kerngeschäft
FlexiSpot kennt man in Deutschland vor allem von höhenverstellbaren Schreibtischen – wir hatten mit dem FlexiSpot E8 selbst schon einen im Test. Der Bürostuhl ist die logische Ergänzung: Wer den Tisch an den Körper anpasst, will auch den Stuhl anpassen können. Der C7 Morpher ist dabei klar das Modell, bei dem der Hersteller zeigen will, was in dieser Produktkategorie geht.
Die Eckdaten
| Sitzhöhe | ca. 45 bis 54 cm |
| Sitztiefe | ca. 43,5 bis 48 cm (verstellbar) |
| Sitzbreite | ca. 53 cm |
| Gesamthöhe | ca. 109 bis 142,5 cm |
| Empfohlene Körpergröße | ca. 1,60 bis 1,95 m |
| Belastbarkeit | bis 163 kg |
| Eigengewicht | ca. 26,5 kg |
| Mechanik | Synchronmechanik, Neigung 110° bis 143° in vier Stufen arretierbar, Widerstand dreistufig |
| Lordosenstütze | aufblasbar per Luftpumpe |
| Fußkreuz | Aluminium, poliert |
| Garantie | laut Hersteller bis zu 20 Jahre |
Auffällig ist vor allem das Gewicht: 26,5 Kilogramm sind für einen Bürostuhl eine Ansage. Das spricht für massive Bauteile, macht den Stuhl aber auch zu nichts, was man mal eben in ein anderes Zimmer trägt.
Montage: das Meiste ist schon vormontiert
Geliefert wird in zwei Kartons. Die großen Baugruppen – also die Teile mit der eigentlichen Mechanik – kommen bereits vormontiert. Das ist konstruktiv sinnvoll: Gerade bei Synchronmechaniken und Lehnengelenken ist der Endkunde die häufigste Fehlerquelle, und was ab Werk verschraubt ist, kann zu Hause nicht falsch zusammengesetzt werden.
Entsprechend unkompliziert war der Aufbau. Wir haben den Stuhl allein und ohne Helfer montiert und waren nach rund einer halben Stunde fertig. Die Anleitung ist verständlich.
Das Kernstück: die zweiteilige, dynamische Rückenlehne
Klassische Bürostühle haben eine Rückenlehne aus einem Stück. Lehnt man sich zurück, kippt die Lehne mit; beugt man sich nach vorn – zur Tastatur, zum Bildschirm –, verliert der Rücken den Kontakt zur Lehne. Genau in dieser Arbeitshaltung, die man im Alltag ständig einnimmt, sitzt man dann ohne Stütze.
Der C7 Morpher löst das mit einer geteilten Rückenlehne, deren Segmente bei Bewegung mitgleiten. Lehnt man sich zurück oder beugt sich nach vorn, folgt die Lehne der Bewegung, und der Rücken bleibt gestützt. Im Alltag ist das der Punkt, der uns am meisten überzeugt hat: Die Lehne ist nicht einfach „weg“, sobald man die Position ändert.

Darunter arbeitet eine Synchronmechanik. Das Prinzip: Sitzfläche und Rückenlehne bewegen sich beim Zurücklehnen gekoppelt, aber in unterschiedlichem Verhältnis – die Lehne neigt sich stärker als der Sitz. Dadurch bleibt der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkeln angenehm offen, und das Hemd rutscht nicht aus der Hose. Beim C7 Morpher lässt sich die Neigung zwischen 110° und 143° in vier Stufen arretieren. Wer lieber frei wippt, stellt den Widerstand dreistufig passend zum Körpergewicht ein.

Zusätzlich ist die Lehne höhenverstellbar und lässt sich nach vorn neigen.
Lordosenstütze mit Luftpumpe
Im unteren Bereich der Lehne sitzt eine Lordosenstütze, die per Luftpumpe aufgeblasen wird. Technisch ist das eine elegante Lösung für ein bekanntes Problem: Feste Lordosenpolster passen nur für einen Teil der Nutzer, mechanisch verstellbare Stützen verschieben meist nur die Höhe, nicht die Stärke. Ein Luftkissen dagegen lässt sich stufenlos in der Intensität einstellen – mehr Luft, mehr Stütze.
In der Praxis funktioniert das sehr gut. Der untere Rücken wird spürbar gestützt, und die Stärke lässt sich jederzeit nachjustieren, ohne aufzustehen.
Armlehnen, Sitz und Fußkreuz
Die Armlehnen lassen sich in der Höhe verstellen, drehen und vor- und zurückschieben, die Auflage ist gepolstert. Das ist mehr Spielraum, als viele Stühle bieten, und macht sich vor allem bemerkbar, wenn man zwischen Tippen, Telefonieren und zurückgelehntem Lesen wechselt.
Unser Testmodell hat ein gepolstertes Sitzkissen mit Stoffbezug. Es ist angenehm fest, ohne hart zu sein, und bleibt auch nach Stunden bequem. Die Sitztiefe lässt sich um einige Zentimeter verschieben – ein Detail, das oft unterschätzt wird, für Menschen mit längeren Oberschenkeln aber den Unterschied macht.

Das Fußkreuz aus poliertem Aluminium und die silbernen Akzente am Lehnenträger wirken hochwertig, die Verarbeitung ist sauber. Optional gibt es eine ausklappbare Fußstütze.
Die Kehrseite: Größe und Bedienkomplexität
So viel Mechanik hat ihren Preis, und der liegt nicht nur beim Geld. Der C7 Morpher ist groß und wuchtig. Mit Kopfstütze und ausladender Rückenlehne dominiert er ein kleines Arbeitszimmer optisch. Wer wenig Platz hat, sollte vorher messen.
Der zweite Punkt: Kopfstütze, Rückenlehne, Lordose, Sitztiefe, Armlehnen, Neigung, Widerstand – am C7 Morpher lässt sich fast alles einstellen. Das ist der große Vorteil des Stuhls, aber auch eine Hürde. Bis alles wirklich sitzt, braucht es etwas Zeit. Unser Tipp: In den ersten Tagen immer nur eine Einstellung ändern und ein paar Stunden damit arbeiten, statt alles gleichzeitig umzustellen. Sonst weiß man am Ende nicht, welche Änderung was bewirkt hat.
Fazit
Technisch ist der FlexiSpot C7 Morpher ein durchdachter Stuhl. Die zweiteilige Rückenlehne löst ein echtes Alltagsproblem – fehlende Stütze beim Vorbeugen – und die Lordosenstütze per Luftpumpe ist eine überzeugende Lösung für individuelle Lendenunterstützung. Dazu kommen ein bequemes Sitzpolster, vielfach verstellbare Armlehnen und eine Verarbeitung, die zum Premium-Anspruch passt.
Wer wenig Platz hat oder einen schlichten Stuhl ohne viele Stellschrauben sucht, ist mit einem kompakteren Modell besser bedient. Wer dagegen viele Stunden täglich am Schreibtisch sitzt und bereit ist, sich einmal mit den Einstellungen zu beschäftigen, bekommt hier einen Stuhl, der sich sehr genau an den eigenen Körper anpassen lässt. Alle Details und Varianten (mit oder ohne Fußstütze) gibt es auf der Produktseite des Herstellers.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar