Die eSim kommt

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Die SIM-Karte ist in den letzten Jahren immer mehr geschrumpft und wird ab heuer ganz ersetzt. Dabei kommt nicht etwa eine neue Karte zum Einsatz, es ist eine fest verbaute SIM. Bis jetzt haben die Hersteller die Formate Mini, Micro und Nano auf den Markt gebracht, jedes Mal wurden die Abmessungen kleiner und es brachte Vorteile beim Bau eines Smartphones. In Zukunft kommt der Endverbraucher gar nicht mehr in Berührung mit der SIM-Karte, doch wie soll dieser Plan in der Praxis funktionieren und wie laufen zukünftige Anbieterwechsel ab?

 

Die eSIM kündigt sich an

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die SIM-Karte vollständig durch die sogenannte eSIM ersetzt wird. Das „e“ steht für „Embeddes“ und bedeutet so viel wie „fest verbaut“, „eingeschlossen“ oder auch „eingebettet“. Das Prinzip dahinter ist einfach: Erwirbt jemand ein Smartphone mit einer eSIM und entscheidet sich für einen Tarif, dann bekommt er vom Anbieter einen QR-Code zur Verfügung gestellt. Dieser wird dann einfach mit der Kamera abfotografiert und es beginnt die Programmierung der Embeddes SIM. Ängste vor einer möglichen Bindung an einen Anbieter sind unbegründet, die Karte lässt sich jederzeit neu programmieren. Bis jetzt gibt es nur wenige Geräte mit der neuen Lösung, dazu zählt unter anderen das neue, kleinere Apple iPad Pro. Ganz verzichtet man aber auch hier nicht auf die alte Methode, es gibt nach wie vor einen Slot für eine SIM-Karte. Der Grund dafür ist die „schonende“ Umstellung. Der Endverbraucher soll nach und nach mit der eSIM vertraut gemacht und von den Vorteilen überzeugt werden.

 

Das ändert sich

 

Eigentlich ändert sich mit der Umstellung nur die Programmierung. Während bisher alles vorprogrammiert war und die Karte manuell eingesetzt werden musste, wird jetzt die Programmierung vom Nutzer vorgenommen. Wie gesagt, muss dafür einfach ein QR-Code gescannt werden. Bei einem Anbieterwechsel wird einfach ein neuer QR-Code erstellt, dieser kann theoretisch auch auf elektronischem Wege zugestellt werden. Man muss also nicht mehr den Postweg abwarten oder zu einem Shop fahren, um in den Genuss des neuen Tarifs zu kommen. Das spart viel Zeit und ist deutlich komfortabler. Im Betrieb selbst ändert sich nichts, es wird eben nur keinen Slot für eine SIM-Karte mehr geben.

 

Die Vor- und Nachteile

 

Ein Vorteil ist die Zeit. Während früher gleich eine neue SIM-Karte benötigt wurde, reicht bei der eSIM ein neuer QR-Code aus. Und da dieser in Echtzeit (zum Beispiel per E-Mail) zugestellt werden kann, ist ein Wechsel des Anbieters/Tarifs viel schneller erledigt. Natürlich können noch immer Prepaid-Karten gekauft werden, sie enthalten dann aber keine SIM-Karte mehr, sondern sind mit einem QR-Code, der auf einer Plastikkarte seinen Platz findet, ausgestattet. PIN und PUK sind ebenfalls darauf vermerkt. Außerdem sparen sich die Konzerne Geld (der Postversand entfällt) und die Hersteller haben beim Design neuer Smartphones mehr Spielraum und können sich neue, frische Ideen einfallen lassen. Unterm Strich überwiegen eindeutig die positiven Aspekte.

 

Sollte die eSIM einmal kaputt sein, dann kann der Endverbraucher wohl keine Selbstreparatur vornehmen. Der Regelfall wird es aber mit Sicherheit nicht sein, schließlich gehen solche Komponenten äußerst selten oder nur mit Einfluss von Gewalt kaputt. Erwähnt werden muss es aber trotzdem, schließlich kann es zum Beispiel nach einem Wasserschaden zu so einer Situation kommen. Ansonsten ist nur mehr die Umstellung ein negativer Aspekt, viele Endverbraucher werden sich nicht ausführlich informieren und befürchten eine Art „feste Bindung an einen Anbieter“. Dem ist aber nicht so, es wird nur seine Zeit dauern, bis diese Mitteilung in breiter Masse angekommen ist.

 

Fazit

 

Ob wir wollen oder nicht, die eSIM wird zum Standard und das ist auch gut so. In der Welt der Technik wird jeden Tag entwickelt und getüftelt, ohne diese Schritte gäbe es heute auch keine Smartphones. Die neue Karte ist einfach fest integriert und wird mit einem QR-Code des Anbieters programmiert. Der Speicher lässt sich problemlos überschreiben beziehungsweise löschen, sodass Anbieterwechsel nach wie vor möglich sind. Wir müssen uns also vor nichts fürchten, es ist ein ganz normaler Schritt in der Entwicklung der Handys.