Samsung Galaxy Note 7 – ein Reinfall?

Samsung Galaxy Note 7
Samsung Galaxy Note 7 - Quelle: Samsung.com

Das Samsung Galaxy Note 7 sollte eines der besten Smartphones 2016 werden. Ein durchdachtes Design, ein abgerundeter Bildschirm, hochwertige Materialien und Leistung satt, all diese Eigenschaften sprechen dafür. Nun ist aber alles anders, der Hersteller hat den Verkauf gestoppt und nimmt bereits vertriebene Geräte freiwillig zurück. Doch warum macht Samsung das?

Die Gefahr des Akkus

Schuld ist die fest eingebaute Batterie. Es wurden Fälle bekannt, in denen der Akku vom Galaxy Note 7 explodiert ist. Sogar ein Jeep brannte dadurch ab. Offiziell seien zwar nur wenige Modelle betroffen, doch Samsung wollte um jeden Preis die Notbremse ziehen. Ist es nämlich ein Produktionsfehler, dann wäre das Ausmaß noch wesentlich schlimmer. Dieses Risiko wollte der Konzern nicht eingehen, sodass der Verkauf vorerst unterbrochen wurde. Betroffene Kunden können ihr Gerät ohne Probleme umtauschen, eventuell muss man aber vorerst mit einem Ersatzgerät leben. Sobald eine „neue Version“ des leistungsstarken Smartphones vorliegt, wird diese ausgeliefert. Andernfalls ist auch ein Tausch gegen ein Galaxy S7 Edge möglich, der Differenzbetrag würde in diesem Fall zurückerstattet werden.

Ein finanzielles Desaster

Die Kosten für Samsung werden höchstwahrscheinlich in die Milliarden gehen. Schließlich müssen nicht nur neue Galaxy Note 7 produziert werden, auch die Einrichtung diverser Dienste kostet viel Geld. Eine eigene Rufnummer und ein eigenes Formular sind nur zwei Beispiele. Von einer Pleite kann aber nicht gesprochen werden, alle großen Firmen verfügen über eine Art Notpolster. Fragt sich nur, welche Auswirkungen dieser Vorfall haben wird.

 

Die Börse hat für den koreanischen Konzern bereits negative Ergebnisse. Noch wichtiger sind aber die Kunden. Hinterlässt die Geschichte mit dem Note 7 eine Art Schock im Gehirn, dann werden viele wohl nicht mehr so schnell zu Samsung greifen. Klar, wer trägt schon freiwillig ein explosives Smartphone mit sich herum. Dabei vergisst man im ersten Moment, dass es tatsächlich nur dieses Modell betrifft. Ein Galaxy S7 oder Galaxy A5 2016 ist nicht davon betroffen.

Samsung „zwingt“ zum Umtausch

Der explodierende Akku kommt wohl dann zustande, wenn die Batterie aufgeladen wird beziehungsweise die vollen 100 % erreicht. Das Unternehmen warnt zwar schon vor der Nutzung, doch nicht alle nehmen diese Warnung ernst. Aus diesem Grund geht Samsung einen härteren Weg. Wer ab dem 20. September das neueste Update einspielt, der wird eine Akkuladung von maximal 60 % nicht mehr überschreiten können. Man drosselt also aus der Ferne den Akku, um die Gefahr zu minimieren. Zwar ist das Update bislang nur für Südkorea bestätigt, doch eine weltweite Veröffentlichung ist denkbar. Ein Nebeneffekt: Die Nutzer werden sich so dermaßen über den „kleineren“ Akku ärgern, dass sie ihr Note 7 freiwillig umtauschen werden. Der Rückgang auf magere 2.100 mAh ist im Alltag unzumutbar.

 

Obwohl die Sache eine Katastrophe ist, muss man die Vorgehensweise loben. Samsung tauscht die Geräte freiwillig um, und sie haben sogar spezielle Dienste dafür eingerichtet. Theoretisch hätte man auch schweigen und nur betroffene Modelle umtauschen können. So aber bringt es ein Stück Sicherheit zurück, das sich das Unternehmen in den letzten Jahren aufgebaut hat. Eines ist aber sicher: Die nächsten Smartphones werden vor der Massenproduktion noch wesentlich gründlicher unter die Lupe genommen. Vor allem der Akku steht dann im Mittelpunkt.