DVB-T

Früher war es die riesige Satellitenschüssel, welche von dem Balkon ragte, um die Senderwahl und Frequenz zu verbessern. Heute greifen viel mehr Verbraucher/Mieter und Eigentümer zur klassischen Kabelvariante oder zu DVB-T. DVB-T bedeutet zu Deutsch Digital Video Broadcasting also digitale Videoübertragung oder auch Antennenfernsehen, wie es salopp bezeichnet werden kann. Seit 1997 gibt es diese besondere Errungenschaft und ermöglicht es wesentlich einfacher, Funkkanäle zu übertragen. Sei es den Radiosender aus der Heimat oder den Sender aus der Heimat sowie klassische Sender des Landes, wo man gerade lebt.

 

DVB-T ist die Bezeichnung in vielen Ländern, aber es gibt auch variablere Bezeichnungen. So ist Irland und England zum Beispiel DTT als Bezeichnung lieber, als das „Deutsche“ gängige DVB-T. DVB-T ist gerade in Asien und Europa weit verbreitet. Hingegen in Australien in den USA und Teilen Afrikas nicht. Im Übrigen ist die Funk- und Hörübertragung via DVB-T auch in Teilen Afrikas als Standard zu bezeichnen und es gibt nur sehr wenige Ausnahmen.

 

DVB-T ist somit die Antennenübertragung von Radio- und TV-Sendern. So ist es durchaus auch möglich, manche Sender aus dem Ausland zu empfangen, je nach Sendefrequenz. Die Antenne muss nicht für früher üblich außerhalb der vier Wände stehen, sondern befindet sich die DVB-T Antenne in der Regel direkt an der DVB-T Box und im Haushalt selber. Sie ist jedoch bevorzug in Richtung von Fenstern & Co zu stellen, um die klare Bildübertragung zu ermöglichen. Der Nachteil ist natürlich, dass schlechte Witterungen sich auf das Bild auswirken können. Doch ansonsten ist DVB-T die wohl gängigste Möglichkeit, Radio- und TV-Sender zu empfangen.

DVB-T ist die Abkürzung von „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, zu Deutsch digitale Videoübertragung. Dieses wurde 1997 vom ETSI (Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen) in dem Standard EN 300 744 festgelegt. Eingesetzt wird die DVB-Variante in verschiedenen europäischen, afrikanischen und asiatischen Staaten als Standard-Übertragung für das digitale Fernsehen und den Hörfunk.

Die Technik hinter DVB-T

Für DVB-T werden Übertragungsfrequenzen verwendet, die den aus dem analogen Rundfunk bekannten VHF- und UHF-Kanälen entsprechen. Durch die digitale Ausstrahlungstechnik können diese Kanäle deutlich effizienter genutzt werden, da pro Kanal gleich mehrere Sender übertragen werden können. Das Modula­tions­verfahren COFDM teilt die Bandbreite in Tausende Einzelträger auf. Jeder dieser Träger wird dann anschließend per 16-QAM, 64-QAM oder QPSK moduliert. Als Kompressionsstandard kommt hauptsächlich MPEG-2 zum Einsatz. In manchen Regionen und für das kostenpflichtige Pay-TV kommt zusätzlich der Kompressionsstandard H.264/MPEG-4 zum Einsatz.

Einführung und Umstellung

Um das klassische Antennenfernsehen neben Satellit und Kabel weiter zu erhalten, musste dieses modernisiert und somit digitalisiert werden. In Deutschland wurde mit der Einführung von DVB-T bereits im Jahr 2002 begonnen. Ende 2008 war der Ausbau komplett abgeschlossen. Die Anschaffungskosten sind für DVB-T relativ gering und der Empfang ist in jedem Haushalt möglich. Der internationale Standard wurde auch in Großbritannien, Frankreich, Spanien, in den Niederlanden, Australien, Indien, Südafrika und Singapur eingeführt. In Deutschland soll DVB-T zwischen 2016 und 2019 durch seinen Nachfolger DVB-T2 ersetzt werden. Durch die Umstellung des analogen Fernsehensignals auf DVB-T ergaben sich Vorteile und neue Möglichkeiten. Das digitale Fernsehen kann nicht nur stationär, sondern auch von unterwegs aus empfangen werden. Für den stationären Empfang reicht eine einfache Dachantenne aus. Der mobile Empfang ist unter anderem über Laptops, Tablets und tragbare DVD-Player möglich. Viele Geräte besitzen einen integrierten DVB-T-Empfänger. Per USB-Stick lassen sich ältere Geräte auch nachrüsten.

Vorteile von DVB-T

Durch die Digitalisierung der terrestrischen Übertragungstechnik können Haushalte, die keinen Satellit oder Kabel nutzen können, ebenfalls ein umfangreiches Programmangebot erhalten. Dieses besitzt eine weitaus bessere Qualität im Vergleich zum analogen Empfang. Die Programme werden in einer höheren Auflösung und mit einer besseren Kantenschärfe übertragen. Die Bildqualität schwankt von Anbieter zu Anbieter. Auch die Klangqualität ist gegenüber dem analogen Antennenempfang um einiges besser. Dank DVB-T können Programme in Dolby Digital 5.1 und in mehreren Sprachen gleichzeitig übertragen werden.

Nachteile

Sofern der Empfang gut ist, bleibt das Bild stabil und es kommt zu keinen Schwankungen. Sollte es zu Störungen kommen, dann können Klötzchenbildungen und Verpixelungen auftreten. Im schlechtesten Fall kann das Bild sogar einfrieren. Einer der größten Nachteile von DVB-T ist die Übertragungsverzögerung. Diese entsteht durch die Codierung beim Senden sowie durch die Decodierung beim Empfangen. Die Verzögerung liegt in der Regel zwischen 2 und 8 Sekunden.

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